Expertentipp
Für die Wahl der Dicke und Anordnung der Tragschichten und Frostschutzschichten ist die RStO 01 Tafel 3 für Bauklasse III maßgebend, auch wenn die bemessungsrelevanten Verkehrsbeanspruchungen lediglich eine niedrigere Bauklasse erfordern würden. Die Dicke der Bettung sollte mit 3 cm (2 cm-4 cm) berücksichtigt werden. Zusammenhängende Flächen sollten mit Großformaten gleicher Dicke ausgeführt werden. Etwaig sich ergebende Dickenunterschiede dürfen nicht in der Bettung ausgeglichen werden.
Großformate können grundsätzlich für die Befestigung von Verkehrsflächen eingesetzt werden, die mit Fahrzeugen befahren werden und hinsichtlich ihrer Verkehrsbeanspruchung einer der Bauklassen III, IV, V oder VI gemäß RStO 01 zugeordnet werden können. Flächen mit zulässigen Geschwindigkeiten über 20 km/h, sollten nicht mit Großformaten befestigt werden. Die Befahrung kann hier mit einer 10 t Achse erfolgen. Busse und LKW besitzen solche Achsen und können somit diese Flächen befahren. Die Achsübergänge sind mit jeweiligen Obergrenzen versehen. Hier sind in der Regel Fußgängerzonen und innerstädtische Platzsituationen zu verstehen.
Hohe statische Punktlasten, wie z.B. Kranstützen bzw. Abstützungen von Fahrgeschäften, bedürfen immer einer lastverteilenden Unterlage, die sich möglichst auf mehrere Großformate erstreckt.
Die Großformate SCADA besitzen ein nicht sichtbares Rundumverzahnungssystem. Die fest angeformten und versetzt angeordneten Abstandhalter greifen mit den Nachbarplatten in einander und nehmen mit den vollständig gefüllten Fugen optimal die Horizontal- und Vertikallasten auf. WICHTIG dabei ist, dass die Abstandshalter NICHT direkt an die Nachbarplatte stoßen. Leider wird das in der Praxis oft nicht berücksichtigt. Darauf ist bei der Bauüberwachung zu achten. Die Verwendung von Fugeneisen sichern die Fugenbreite und damit die Einhaltung der Rastermaße und gleichzeitig schützen sie die Kanten der benachbarten Platten.
Die Gestaltung und Ausführung der Randanschlüsse des geplanten großformatigen Plattenbelages an vorhandene Situationen, wie z.B. an anschließende Straßen, Gebäudekanten aber auch an Grünflächen sind für die Wirkung der Gesamtfläche enorm wichtig und sollten sorgfältig geplant und ausgeschrieben werden. Denn Zuschnitte dürfen nicht zu klein ausfallen. Sind daher diese Anschlüsse bei der Planung berücksichtigt worden, können später bei der Ausführung aus entsprechend großen Formaten exakte Zuschnitte für die erforderlichen Passstücke angefertigt werden.
Das SCADA Pflaster- und Plattensystem besitzt ein Vollverbundverzahnungs-system. Das bedeutet, dass die sich am Stein befindlichen Abstands-nocken ineinander greifen und mit der gut gefüllten Fugen zusammen Schub- und Scherkräfte aufnimmt. Zwischen Abstandsnocken und der anschließenden Nachbarplatte müssen noch ca. 2 mm Abstand bleiben. Eine Pressverlegung ist auszuschließen, da Spannungen im Belag zu Schäden führen können. Leider werden in der Praxis die Pflaster und Platten häufig trotzdem press verlegt. Hier ist die örtliche Bauleitung gefragt, dies sehr genau zu überprüfen. Dadurch, dass in diesem Fall die Fugen zu eng ausgeführt werden, passt entsprechend das Gesamtmaß nicht, weil das Rastermaß der Platten die richtige Fugenbreite berücksichtigt!
Die Dickenbestimmung der großformatigen Pflaster und Platten ist u. a. auch abhängig vom Seitenverhältnis (Länge zu Breite). Das heißt, je schlanker das Format gewählt wird, desto dicker muss es dimensioniert werden. Dies ist im Besonderen wichtig, wenn ein Verband mit verschiedenen Formaten gewählt wird, da das schlankeste Format die Dicke für den gesamten Belag vorgibt.
Als zusätzliche Verschiebesicherung zu dem Verzahnungssystem der SCADA®-Großformate sichert der VERSCHI® 385/50 besonders stark belastete Bereiche. Dazu gehören Wendepunkte, Stoppstrecken mit Haltepunkten und Gefällestrecken. Der Erdanker lässt sich einfach in das Bettungsmaterial bis in die Schottertragschicht einschlagen.
Das Format 120x120 cm wird auf Materialdicke 16 cm kalibriert. Dies bedeutet, daß sämtliche Steine werkseitig auf gleiche Höhe +/-1,5 mm unterseits auf Höhe mit der angegebenen geringen Toleranz grob abgefräst werden. Die Kalibrierung gewährleistet bei der Verlegung insbesondere im Fugenbereich eine perfekte Ebenheit der Fläche. Ein Höhenausgleich durch Abrütteln des Belags ist indes in diesem Stadium oft nicht mehr möglich oder nur mit einem nicht vertretbaren Zeit- und Kostenaufwand verbunden.










